Friday, 15 July 2011

Outsiders artist ROYAL ROBERTSON artwork featured in Sufjan Stevens' new video




Outsider artist and self-proclaimed prophet Royal Robertson (1936-1997) is featured as a central inpiration for multiinstrumentalist Sufjan Stevens' artwork and live visuals on the Album Age of Adz.

His latest video to the track "Get Real, Get Right" was recently released and can be viewed here:
http://vimeo.com/25681821





sufjan stevens on wikipedia
royal robertson on wikipedia

Alexander Lobanov @ New Museum / New York


Ostalgia

This exhibition takes its title from the German word ostalgie, a term that emerged in the 1990s to describe a sense of longing and nostalgia for the era before the collapse of the Communist Bloc. Twenty years ago—after the fall of the Berlin Wall—a process of dissolution led to the breakup of the Soviet Union and many other countries that had been united under Communist governments. From the Baltic republics to the Balkans, from Central Europe to Central Asia, entire regions and nations were reconfigured, their constitutions rewritten, their borders redrawn. “Ostalgia” looks at the art produced in and about some of these countries, many of which did not formally exist two decades ago. Mixing private confessions and collective traumas, the exhibition traces a psychological landscape in which individuals and entire societies must negotiate new relationships to history, geography, and ideology. “Ostalgia” brings together the work of more than fifty artists from twenty countries across Eastern Europe and the former Soviet Republics. Many of the works offer a series of reportages on aspects of life and art under Communism and in the new post-Soviet countries. The exhibition pays particular attention to the unique place that artists came to occupy in Socialist countries, acting simultaneously as outcasts, visionaries, and witnesses. Unlike a conventional geographical survey, the exhibition includes works produced by Western European artists who have grappled with the reality and the myth of the East. Some of the preoccupations that unite the artists in “Ostalgia” are a romantic belief in the power of art as a transformative, almost curative agent; an obsession with language; the conception of a new aesthetic of the body; a fascination with the ruins of history as represented by monuments and architectural vestiges; and an understanding of artwork as a form of sentimental documentary that mediates between cultural pressures and individual anxieties. Combining seminal figures and younger artists, “Ostalgia” does not follow a chronological perspective, establishing instead a series of dialogues between different generations and geographies. Zigzagging across distant cultural landscapes, the exhibition exposes local avant-garde practices and highlights international affinities, which indirectly question the centrality of Western art historical paradigms. “Ostalgia” is curated by Massimiliano Gioni, Associate Director and Director of Exhibitions, with Jarrett Gregory, Assistant Curator. Extended labels by Chris Wiley.

Exhibition from 7/6/11 until 9/25/11
New Museum
235 Bowery
New York, NY 10002
212.219.1222

New Publication about Horst Ademeit







Buchhandlung Walther-König - Ademeit: Secret Universe 1
EUR 24,80

Rund 20 Jahre lang (1989-2007) erstellt Horst Ademeit eine Dokumentation über das Vorhandensein von Kältestrahlen, die auf ihn einwirken und ihn beeinflussen. Anhand von Aufzeichnungen, die er fast täglich anfertigt, untersucht und dokumentiert er deren Existenz. "Tagesbilder" nennt er die durchnumerierten, auf dem Küchentisch arrangierten Bilder von Zeitungen, Lebensmitteln und Meßgeräten, die zu Tagesbeginn hergestellt werden und die jeweilige Kältestrahlenbelastung verzeichnen. Diese Bilder beschriftet er eng mit Kommentaren. Es entstehen mehrere Tausend solcherart beschriftete Polaroid-Photos, später auch Digitalphotographien, etliche eng beschriebene Leporello-Kalendarien und etwa 3000 gedrechselte Kügelchen aus verschiedenen Hölzern.*****

Horst Ademeit documented the presence of "cold rays", unseen negative forces, for almost 20 years (1989-2007). The inventory he accumulated and added to almost every day during this period was his attempt to study them: thousands of Polaroid and digital photographs, several leporello notebooks full of meticulously logged data and around 3,000 small spheres made of various kinds of wood. At the beginning of each day he also produced a "Tagesbild" (picture of the day), numbered images of newspapers, groceries and measuring instruments arranged on the kitchen table, which were intended to record the respective cold ray exposure.

Ademeit: Secret Universe I Verlag der Buchhandlung Walther König 2011 ADEMEIT, HORST - BERLIN, HAMBURGER BAHNHOF - Bestell-Nr: 1462861 ISBN: 978-3-86560-997-7 EUR 24,80

Wednesday, 13 July 2011

Detektiv des Alltags

von Matthias Reichelt

Veröffentlicht im Feuilleton der Tageszeitung "Junge Welt" (08.07.2011) in redigierter Fassung unter dem Titel "Eine Unterkühlung - Kunst als empirische Sozialforschung: Eine Ausstellung in Berlin"
online: http://www.jungewelt.de/2011/07-08/036.php




Die Welt ist kompliziert, wird von Tag zu Tag undurchsichtiger und ist für viele Menschen kaum mehr zu verstehen. Es bedarf einer genauen Beobachtungsgabe, eines starken Willens zur Erkenntnis und Fleiß zur kontinuierlichen Dokumentation, um den Geheimnissen des Alltags auf die Spur zu kommen. Das klingt nach Wissenschaft, nach Empirie und in der Tat gibt es Bezüge zu der von Horst Ademeit (1937–2010) in großer Akribie betriebenen Erforschung seiner persönlichen Umwelt. Nachdem Ademeit Ende der 1980er Jahre eine Sozialwohnung im Düsseldorfer Stadtteil Flingern bezogen hatte, wurde er auf verschiedene merkwürdige Phänomene aufmerksam. In nur 14 Jahren dokumentierte der ausgebildete Künstler auf 6006 Polaroids detailliert seine nähere Umgebung und hielt alles fest, was ihm auffällig und registrierenswert erschien. Arglos in der Straße abgestellte Fahrräder oder Einkaufswagen, denkwürdige Schaufensterauslagen, schadhafte Stellen am Haus und zahlreiche Arrangements von Objekten und Messgeräten.

Nach einer Ausbildung als Maler und Anstreicher in den 50er Jahren hatte er als Feinmechaniker gearbeitet, bevor er ab 1964 die Werkkunstschule in Köln besuchte. Kurzzeitig nahm er auch an der Beuys-Klasse in Düsseldorf teil und absolvierte in den 1970er Jahren noch ein Pädagogikstudium, ohne je als Lehrer zu arbeiten. Stattdessen wurde er arbeitslos und besserte seine Sozialhilfe durch Schwarzarbeit mit Renovierungen auf. Eines seiner ersten Polaroids machte Horst Ademeit am 5. Oktober 1990 um15.30 h und kennzeichnete es in der linken Ecke mit „4 e“. Er hielt darauf die Schaufensterauslage des Geschäftes „HAKO“ fest. Auf dem weißen Rand notierte er: „Schadowstr. Düsseldorf/ Auslagen Kompasse! Insgesamt eher Nord als sonstige Ausrichtung laut Leuchtblattziffern.“ Diesen Tagesbildern fügte er immer alle ihm wichtigen Informationen und Beobachtungen hinzu. Sie enthalten Bezüge zu Zeitungsmeldungen, Information über das eigene Befinden sowie die gemessenen Strahlungen. Ademeit entschloss sich, seine für zu niedrig befundene Körper- wie auch die Raumtemperatur in Messungen nachzuweisen und die Ergebnisse festzuhalten. Dafür benötigte er unterschiedliche Messgeräte, die er wiederum im Bild festhielt. Den „Kältestrahlen“ wollte er wissenschaftlich auf den Grund gehen. Seine Rapporte notierte er aufgrund des zunehmenden Textvolumens in immer kleinerer Schrift auf den Polaroids und auch in Faltkalendern. Nach dem Ende der Polaroidtechnik führte er seine fotografischen Untersuchungen in digitalem Format fort und legte dazu Karteikarten an. In der ersten Ausstellung einer von Claudia Dichter und Udo Kittelmann begründeten Reihe „secret universe“ wird dieses konzeptuell geschlossene Werk im Hamburger Bahnhof erstmals in Ansätzen vorgestellt. Die Kölner Galerie Susanne Zander war vor einigen Jahren auf Ademeit aufmerksam geworden und stand lange in persönlichem Kontakt mit dem unter einer Psychose leidenden Künstler, bevor dieser im letzten Jahr an Magenkrebs starb. Gesellschaft und Kunstbetrieb sind immer schnell mit ihren Schubladen zur Endlagerung auffälliger oder als psychopathologisch eingestufter Persönlichkeiten und deren Arbeiten. Sie erhalten das Label „Outsiderkunst“ oder „Art Brut“, die Schublade geht wieder zu und wird nur noch von Leuten geöffnet, die über Geisteskrankheit und Kunst forschen. Das ist nicht nur zu kurz gedacht sondern auch falsch. Denn wo sollte die Grenze gezogen werden, wären von allen gehypten Künstlern die psychischen Krisen und deren Auswirkungen auf die Werke bekannt? Und zum anderen besteht ja das Faszinosum des Systems Kunst darin, dass sich in ihm Gestaltungswille und individueller Ausdruck materialisiert. Es ist ein Abenteuer, eine fremde Welt zu entdecken und zu entschlüsseln. Am Anfang steht vielleicht nur die Faszination für die Beharrlichkeit und den Umfang des Werks. Dann ist die Gestaltung zu entdecken, die formalästhetisch ihre Reize hat. Das Verhältnis von Text zu Bild, die Zunahme des Textvolumens und das darin zum Ausdruck kommende Mitteilungsbedürfnis sowie Ademeits immer dezidierterer Gestaltungswille bei der Nummerierung wecken die Neugier, das komplexe Werk zu durchdringen. In der Ausstellung sind die Polaroids sowohl in Vitrinen wie auch en bloc als massiver Fries an der Wand appliziert. Gerade an Ademeits Arbeit lässt sich ein geschlossenes und nachvollziehbares Dokumentationssystem erkennen, das in seiner Kompaktheit und Konsequenz beeindruckt. Es ist gleichzeitig das Tagebuch eines hypersensiblen Künstlers, in dem sich die Tagesereignisse anhand von Zeitungen und Kommentaren spiegeln. In vielen seiner Polaroids gestaltete er Stillleben aus Messgeräten, Lebensmitteln und anderen Objekten auf Ausgaben von Springers Bild-Zeitung. Im Arrangement ist Ademeits Gespür für den Wahnsinn der medialen Politik erkennbar. Irak-Krieg, Verona Feldbusch und Terrorismus werden zu einem Mahlstrom der Banalisierung vereint.

Übrigens sind Ademeits Ängste vor den Kältestrahlen so falsch nicht. Angesichts aller heutigen Erkenntnisse über Elektrosmog oder schädlicher Dämpfe durch Wärmedämmung an Häusern haben sie einen realen Hintergrund. In einer Broschüre über Baumaterialien hatte er die Angaben mit Skepsis betrachtet und kommentiert. Unter Asbest stand bei Gesundheitsgefährdung: Ungiftig. Ademeit hat es markiert und dahinter lakonisch vermerkt: „Heute giftig“.

Die Ausstellung "Horst Ademeit - secret universe" läuft bis zum 25. September im Hamburger Bahnhof, Berlin

Eine begleitende Publikation ist im Verlag Walther König erschienen:
www.buchhandlung-walther-koenig.de

Thursday, 23 June 2011

Art brut collectors António Saint Silvestre and Richard Treger in the PÚBLICO (22.06.2011)



Art brut collectors António Saint Silvestre and Richard Treger were featured in the Portuguese press with their intent to bring their exquisit art brut collection to Portugal. They now are in search of a museum that is up to the challenge of their unique collection: over 700 works from Henry Darger and Oskar Voll to Foma Jaremtschuck and Augustin Lesage hand-picked for over 40 years.












(Coelho, Alexandra Prado. "Eles querem um museu que nao seja adormecido" in Público, P2 (22.06.2011). S. 4-5.)

all images of artworks © Galerie Susanne Zander, Cologne

Wednesday, 15 June 2011

FILM "George Widener" (2008/14') by Bruno Decharme




In 2008 Bruno Decharme (Collection abcd, Paris) directed a 14' minute documentary film on George Widener. Click here to watch it in full length

For further information on Bruno Decharme:
www.brunodecharme.com

Friday, 10 June 2011

LECTURE George Widener at the Academy of Media Arts, Cologne

Guest Lecture „Time Machine“
George Widener at the Academy of Media Arts Cologne
by invitation of Prof. Mischa Kuball


"Time Machine", 2011, mixed media on paper, 184 x 139 cm

Thursday, 16th of June 2011, 5 pm

Auditorium, Filzengraben 2, 50676 Cologne, Germany


George Widener (*1962 in Covington, Kentucky)

is a self-taught artist who employs his mathematical calculating capability and his love for numerical puzzles to create art ranging from complex calendars and numerical palindromes to antiquarian landscapes and Asian scrolls. His early fascination with calendars was so intense, that he developed a habit of mentally converting any number he saw into a calendar date. He predicts that some day his art will be enjoyed by super-intelligent machines such as the high-capacity computers under development today. His art “will help make these machines friendlier to us.”

Widener has pursued his interest in numbers, calendar dates, statistics and factual information as far back as his childhood. His personal notebooks with facts and figures have accompanied him throughout the years: through a turbulent childhood; later at eighteen, when working with the military in intelligence in a department shared with the cryptographers and code breakers; during the two years he was enrolled in engineering at the University of Texas, but also in the time after dropping out of university, after countless jobs and in the time following, when living in homeless shelters in a string of American cities. On several occasions, after saving enough money from odd day jobs to buy plane tickets, Widener travelled to European cities, including Amsterdam, London and Berlin, where he slept in public parks or squatted in abandoned buildings. He continued to draw obsessively, withdrawing socially. Only later was he identified as a savant with Asperger Syndrome.

Since 2000 his art has focussed on elaborate large-scale works, which combine drawings of architectural structures with the lists of dates, statistical information and which often integrate calculations from magic squares. The result is a grid of numerical patterns and correlations of detailed numbers inspired by cartography, mathematics and numerology, that seeks to shed light on time and the unfolding of human events and the codification of the systems of chance and historical aribratiness.

Widener's work is presented internationally, most recently in a solo exhibition at Ricco Maresca Gallery in New York, in the group exhibitions „World Transformers“ at Schirn Kunsthalle, Frankfurt and „Exhibition 1“ at the Museum of Everything, London. Galerie Susanne Zander will open in the Fall 2011 with a comprehensive one man show in Cologne.

George is currently residing at the Neues Kunstforum Cologne (www.neues-kunstforum.com) and will work here until the end of June 2011.

For further information on the Academy of Media Arts / KHM: www.khm.com

On the artist George Widener: www.galerie-susanne-zander.com


George Widener giving his lecture "TIME MACHINE" at the Academy of Media Art in Cologne on the 16th of June 2011